Projekt

Problemstellung & Ziele

Ältere Autofahrer haben oftmals Probleme im Straßenverkehr, vor allem bei komplexen Verkehrssituationen, die zu rascher Informationsaufnahme und -verarbeitung sowie zu Entscheidungen und Handlungen zwingen. Sie haben auch Probleme in der Dämmerung und bei Dunkelheit sowie beim Einfädeln mit hoher Geschwindigkeit. Im Alterungsprozess eines gesunden Menschen bleiben zwar eine Reihe kognitiver Leistungen erhalten, wie etwa die kristalline Intelligenz, d.h. semantisches Wissen und „Altersweisheit“. Allerdings sind auch kognitive Funktionen von einer altersabhängigen Leistungsminderung betroffen, insbesondere jene kognitiven Leistungen, die mit Teilen des Stirnhirns assoziiert werden, wie die sogenannten exekutiven Funktionen (Treffen von Entscheidungen, Fähigkeit zur Lösung von Problemen, kognitive Flexibilität, Erkennen von Regeln und Verarbeitung von Rückmeldungen), Gedächtnisleistungen, insbesondere Arbeitsgedächtnisleistungen und das Neulernen von Informationen.

Neben der altersbedingten Verschlechterung der kognitiven Fähigkeiten sinken auch die visuellen Fähigkeiten, die am stärksten das Führen von Fahrzeugen beeinträchtigen können. Dies betrifft weniger die reine Sehschärfe als vielmehr die dynamische Sehleistung, die Erfassung von Bewegungen, die Nachtsichtfähigkeit, die Weite des Sichtfeldes sowie die Blend- und Kontrastempfindlichkeit. Auch die motorischen Fähigkeiten nehmen mit dem Alter ab.

Die kognitiven Fähigkeiten und die physische Beweglichkeit lassen sich nur minimal verbessern. Um die individuelle Mobilität älterer Fahrer, insbesondere angesichts gesellschaftlicher Veränderungen wie z.B. der Auflösung generationenübergreifender Haushalte zu sichern, ohne das Ideal eines unfallfreien Fahrens aufzugeben, müssen Fahrzeuge über angepasste Sicherheitssysteme, insbesondere spezifisch auf ältere Fahrer zugeschnittene Fahrerassistenzsysteme verfügen. Diese Systeme ermöglichen einen Ausgleich der gegenüber jüngeren Fahrern schlechteren Informationsaufnahme und -verarbeitung und ermöglichen den älteren Menschen eine aktive Teilnahme am motorisierten Individualverkehr unter Berücksichtigung des Sicherheitsbedürfnisses der anderen Verkehrsteilnehmer.

Ziel des Projektes ist die Entwicklung, der Aufbau und die empirische Überprüfung eines altersgerechten akustischen Fahrerassistenzsystems, das auf die Bedürfnisse der stetig wachsenden Gruppe der individualmobilen älteren Fahrerinnen und Fahrer zugeschnitten ist und dessen Aufnahme ins Produktportfolio auch für die Automobilhersteller und -zulieferer betriebswirtschaftlich sinnvoll ist. Diese altersgerechten Fahrerassistenzsysteme müssen die Anforderungen an Technik, Sicherheit, Komfort und Design erfüllen und sind ein Schritt auf dem langen Weg zum autonomen Fahren. Hierzu sollen im Rahmen einer empirischen Studie 150 Probanden der Altersgruppe 50+ zunächst im Fahrsimulator der Universität Duisburg-Essen und anschließend in einem realen Testfahrzeug untersucht werden.

Arbeitspakete

Entwicklung, Aufbau und Test der altersgerechten Fahrerassistenzsystemen sollen in sechs Arbeitspaketen erfolgen:

AP1: Anforderungen an ein Rahmenheft
AP2: Empirische Überprüfung der Anforderungen im Fahrsimulator
AP3: Bau von Demonstratoren für verschiedene Assistenzsysteme
AP4: Empirische Überprüfung der Demonstratoren im Fahrsimulator und von Prototypen in einem Fahrzeug
AP5: Verwertung der Ergebnisse
AP6: Projektkoordination

Projektteam

Das Projektteam besteht aus:

Logo Universität Duisburg-Essen
Logo Ford
Logo HEAD acoustics
Logo Allround Team

Ergebnisse

Die Ergebnisse des Projekts ALFASY sollen eingebracht werden:

in die Praxis
Diskussionen in Unternehmen, Workshops mit Unternehmen, Vorträge und Diskussionen auf Branchenkongressen, Artikel in Branchenzeitschriften
in die Forschung
Artikel in renommierten wissenschaftlichen Zeitschriften, Vorträge
in die Lehre
Fallstudien und Seminare