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Universität Duisburg-Essen

Die 2003 gegründete Universität Duisburg-Essen (UDE) zählt zu den zehn größten Universitäten Deutschlands. Sie verfügt über ein breites, international ausgerichtetes Fächerspektrum von den Geistes- und Gesellschaftswissenschaften über die Wirtschaftswissenschaften bis hin zu den Ingenieur- und Naturwissenschaften und der Medizin. Von der Universität Duisburg-Essen arbeiten drei Lehrstühle im Projekt zusammen, die die wissenschaftliche Begleitung des Projektes übernehmen.


Lehrstuhl ABWL & Internationales Automobilmanagement

Der Lehrstuhl konzentriert sich auf Forschungen zum Internationalen und Strategischen Automobilmanagement in den neuen Wachstumsmärkten (BRIC-Länder) und im Übergang zur Elektromobilität. Es wurden bereits mehrere Studien zur Akzeptanz und Zahlungsbereitschaft von Elektrofahrzeugen durchgeführt sowie zum demographischen Wandel gearbeitet. Im Projekt ALFASY werden vom Lehrstuhl folgende Projektbeiträge erbracht:

  1. Übergreifende Projektkoordination
  2. Durchführung von Untersuchungen zur Akzeptanz und Zahlungsbereitschaft
    • Ableitung der betriebswirtschaftlichen Anforderungen an altersgerechte Fahrerassistenzsysteme
    • Untersuchung der Akzeptanz und Zahlungsbereitschaft für einzelne Elemente heutiger Fahrerassistenzsysteme
    • Ableitung von Empfehlungen für Automobilzulieferer und -hersteller für altersgerechte und zielgruppenspezifische Ausstattungsvarianten unter Berücksichtigung der zusätzlichen Kosten.

Aus betriebswirtschaftlicher Sicht werden nicht nur anwendungsorientierte Ergebnisse im Bereich von Kundenakzeptanz und Preisbereitschaft bei altersgerechten Fahrassistenzsysteme erwartet, sondern auch wissenschaftliche Ergebnisse zum Kaufverhalten älterer Kunden.


Lehrstuhl Mechatronik

Der Lehrstuhl für Mechatronik besitzt eine langjährige Erfahrung in der Verwendung von Modellen und Simulationen im Bereich der Fahrzeugdynamik. Aktuell werden in enger Industriekooperation Projekte durchgeführt, in denen neuartige Assistenzsysteme entwickelt werden, die den Fahrer in der Spurführung unterstützen. Um den Fahrer gezielt verschiedenen Situationen unter kontrollierbaren und reproduzierbaren Bedingungen aussetzen zu können, ist der Einsatz eines Simulators unerlässlich. Parallel wird der Fahrsimulator auch im Bereich der Elektromobilitäts-Forschung eingesetzt, wobei speziell Anzeigekonzepte zur gezielten Fahrerinformation betrachtet werden. Der verwendete Fahrsimulator DRIVASSIST weist dabei eine hohe Flexibilität und Anpassbarkeit auf. So können beispielsweise neue Fahrzeugkomponenten im Rahmen von Hardware-in-the-Loop-Tests in die Echtzeit-Simulation eingebunden werden. So wird aktuell ein Batterie- und Antriebsstrang-Prüfstand mit dem Fahrsimulator gekoppelt, um elektrische Antriebsstränge und Akkumulatoren unter realistischen Bedingungen zu untersuchen.

Das fortgeschrittene Alter der Probanden sowie die stark menschzentrierte Fokussierung des Projektes ALFASY erfordern dabei eine zuverlässige Versuchsüberwachung, die u.a. biometrische Messungen beinhaltet und der Sicherheit der Probanden dient. Zusammenfassend wird der Lehrstuhl für Mechatronik im Rahmen des Projekts verschiedene aktuelle und prototypische Konzepte entwickeln, diese im Fahrsimulator erproben sowie den Aufbau der Prototypen zusammen mit den Projektpartnern durchführen.


Lehrstuhl Allgemeine Psychologie: Kognition

Der Lehrstuhl beschäftigt sich schwerpunktmäßig mit kognitiven und emotiven Prozessen des menschlichen Entscheidungsverhaltens. Dabei werden sowohl grundlegende Mechanismen als auch Determinanten des Entscheidungsverhaltens in anwendungsbezogenen, komplexen Szenarios mittels experimenteller, psychophysiologischer und funktionell-hirnbildgebenden Methoden untersucht. Altersbedingte Änderungen der Entscheidungskompetenz und Unterstützung des Entscheidungsverhaltens durch externe Faktoren (z. B. Assistenz- und Empfehlungssysteme) stellen dabei einen bisherigen und aktuellen Forschungsbereich dar. Auch verfügt das Fachgebiet über Expertise in der Untersuchung kognitiver Funktionen bei Personen mit altersassoziierten neurodegenerativen Erkrankungen (Mild Cognitive Impairment, dementielle Erkrankungen).

Im Rahmen des geplanten Projektes wird die skizzierte inhaltliche und methodische Expertise eingebracht. Alle Probanden der verschiedenen Altersstufen sollen ausführlich kognitions- und neuropsychologisch untersucht werden, um sowohl die Ein- und Ausschlusskriterien zu gewährleisten (z. B. Ausschluss von dementiellen Erkrankungen) als auch die notwendigen Baselinemaße der Probanden (allgemeine Aufmerksamkeits-, Gedächtnis- und Problemlösefunktionen) zu erfassen.

Während der Untersuchungen im Fahrsimulator werden die psychologischen (z. B. subjektives Stresserleben, Sicherheitsgefühl) und physiologischen Variablen (z. B. körperliche Stressreaktionen) systematisch erfasst. Durch das genannte Vorgehen können sowohl kausale Wirkmechanismen von Assistenzkomponenten eruiert werden als auch Aussagen über die Interaktion der Effekte durch Assistenzkomponenten und dem altersassoziierten kognitiven Status der Personen getroffen werden. Während der gesamten Projektphase werden von der Arbeitsgruppe inhaltliches und methodisches Know-How zur Verfügung gestellt und die einzelnen, notwendigen Experimente durchgeführt, ausgewertet und die vielschichtigen Daten systematisch interpretiert. Aus psychologischer Sicht sind nicht nur anwendungsorientierte Ergebnisse im Bereich der Fahrerassistenz zu erwarten, sondern auch grundlagenwissenschaftlich relevante Befunde (etwa im Bereich des Entscheidungsverhaltens an einer hirngesunden Stichprobe im hohen Lebensalter).


Ford

Die Ford Werke GmbH unterhält mit dem Ford Research & Innovation Center Aachen die einzige Forschungseinrichtung des Automobilherstellers Ford außerhalb der USA. Ein Team von über 200 Experten betreibt angewandte Forschung und Vorentwicklung in verschiedenen fahrzeugrelevanten Bereichen. Im Rahmen des Projektes ALFASY steht das Team Vehicle Interior Technologies zur Verfügung, Expertise für die Gestaltung des Fahrzeuginnenraumes, insbesondere der Mensch-Maschine Schnittstelle zur Verfügung zu stellen. Die Anforderungsuntersuchungen sowie die Erstellung des Rahmenheftes werden durch die vorhandene Erfahrung bei der Gestaltung von Cockpit- und Mensch-Maschine Konzepten unterstützt. Ford nimmt hierbei die Perspektive des Automobilherstellers ein. Der Bau von Demonstratoren für verschiedene Assistenzsysteme sowie deren empirische Überprüfung wird ebenfalls von Ford unterstützt. Für die finale Überprüfung der Demonstratoren im Realfahrzeug wird Ford einen Versuchsträger sowie die Teststrecken zur Verfügung stellen und bei der Implementierung der Assistenzsysteme sowie der Mensch-Maschine-Schnittstelle mitwirken.

HEAD acoustics

Das 1986 von Prof. Dr. Klaus Genuit gegründete Unternehmen bietet ganzheitliche Akustiklösungen in der Schall- und Schwingungsanalyse. Mit seinen Produkten und Dienstleistungen umfasst die HEAD acoustics GmbH nahezu alle Anwendungen in den Bereichen Sound Design und Analyse von technischen Produkten sowie der Verbesserung der Sprach- und Audioqualität im Telekommunikationssektor. Dabei profitiert das Unternehmen von der Verknüpfung modernster Messtechnik mit jahrzehntelanger Erfahrung in der industriellen Praxis und der internationalen Standardisierung. Ebenso kann die HEAD acoustics GmbH langjährige Erfahrungen sowohl in der Grundlagen- als auch industriellen Forschung vorweisen.

Im Rahmen des Projektes ALFASY unterstützt die HEAD acoustics GmbH den Aufbau der Demonstratoren mithilfe von akustischen Messungen zur Auswahl und Positionierung von Lautsprechern. Im Rahmen des Projekts soll Verfahren zur Vorhersage der Lokalisierungsgüte von Assistenzsystemen erforscht und entwickelt werden. Grundlage dafür soll die erprobte Kunstkopftechnologie sowie Mikrofonarraytechnologien, die bereits bei anderen Projekten und Produkten genutzt werden, verwendet werden. Die HEAD acoustics GmbH besitzt langjährige Erfahrung mit der Entwicklung und Durchführung von Hörversuchen und darauf basierenden instrumentellen Bewertungsverfahren. Diese Erfahrungen sollen bei der Entwicklung der im Projekt benötigten neuen objektiven Vorhersageverfahren genutzt werden. Dabei wird sich die die Entwicklung der objektiven Vorhersageverfahren an den empirischen Untersuchungen aus den verschiedenen Arbeitspaketen orientieren.

Allround Team

Die Allround Team GmbH bietet zahlreiche Dienstleistungen im Bereich qualitativer und empirischer Forschung im Bereich der automobilen Mensch-Maschine-Interaktion (MMI) mit Schwerpunkt Fahrerassistenz und ökologische Fahrstrategien. Hierzu wurde ein interdisziplinäres Team von Interaktionsdesignern, Marktforschern und Programmierern aufgebaut. Das Leistungsspektrum reicht von der Planung, Durchführung und Auswertung von entwicklungsbegleitenden Forschungsstudien über die wissenschaftlich fundierte Erarbeitung von MMI Konzepten und speziell der gestalterischen Ausgestaltung visueller Anzeigekonzepte, bis hin zur Programmierung dieser Konzepte in interaktiven Simulationen für die Fahrsimulation. Die Leistungsfähigkeit der Allround Team GmbH wurde bereits in verschiedenen Forschungsprojekten, wie z.B. den EU-geförderten Forschungsprojekten interactIVe und Response3 unter Beweis gestellt.

Die Allround Team GmbH hat im Bereich der integrierten Fahrerassistenzsysteme im Rahmen des EU-geförderten Verbundprojekts „interactIVe“ bereits erste Konzepte erforscht und entwickelt, die eine zweckdienliche Kombination der verschiedenen Informations-, Warn-, und Interventionsstrategien ermöglicht. Stichworte hierbei sind intuitives Systemverständnis, Transparenz der Systemfunktionen, schnelle und sichere Fahrerreaktion sowie einfache Bedienung. Schwerpunkte wurden auf ein einfaches Interaktionskonzept sowie die Ausgestaltung der multimodalen (visuell-haptisch-akustischen) Anzeigestrategie gelegt.

Im Projekt ALFASY bringt die Allround Team GmbH insbesondere die Erfahrungen im Bereich des visuellen Designs, der Mitgestaltung von integrativen Konzepten zum Rückmeldungsmanagement (inklusive Informations-, Warn-, und Interventionsstrategien sowie altersgerechten Bedienstrategien) sowie bei der potentiellen Integration von Smartphone / Smartwatch Applikationen ein. Zusätzlich fließen die Erfahrungen bei der Organisation von empirischen Untersuchungen als auch der entsprechenden öffentlichkeitswirksamen Projektpräsentation ein.